Ironman 70.3 Mallorca – 7. Mai 2016

Nach sonnigen und warmen zwei guten Trainingswochen auf Fuerteventura und einer Vortrainingswoche auf Mallorca, freute ich mich auf eine erste Standortbestimmung beim Ironman 70.3 auf der schönen Insel.
Doch Mallorca zeigte sich nicht von der besten Seite.
Samstagmorgen, 5.00 Uhr, Wecker klingelt, draussen strömender Regen. Na toll! Laune und Motivation weg. Ich mag kein nasses und kühles Wetter, da bekomme ich steife Gelenke und Muskeln.
Trotzdem verlief mein Vorstartritual intuitiv ab wie immer. Wetter probieren zu ignorieren…
8.00 Uhr Startknall und das Elite Damenfeld stürmte in das kalte Meer. Entgegen meinen Erwartungen war das Schwimmen noch die angenehmste Disziplin des Tages. Fast angenehm warm kam es mir, trotz den angesagten 17 Grad, darin vor. Es war jedoch ziemlich unruhig und ich sah öfters eine Qualle und hoffte einfach davor verschont zu bleiben. Ansonsten verliefen die 1.9km ganz gut. Ich schwamm in einer kleinen Gruppe mit und entschloss auch nicht davon abzuweichen.
Beim Wechsel benötigte ich definitv zu viel Zeit, doch die brauchte ich um mich warm einzupacken.
Auf dem Rad wollte ich gleich zügig lostreten, doch ich merkte, dass mir der normale Druck fehlte. Mit ungutem Gefühl „schleppte“ ich mich die ersten 15 flacheren Kilometer vorwärts in der Hoffnung, am Berg läuft es besser. Doch auch die knapp 20 km lange Steigung kam die Power gar nicht. Gefühlt kam ich einfach nicht richtig vorwärts. Oben erwartete uns auch noch, nebst dem Regen, dichter Nebel und in der ersten Hälfte der Abfahrt musste man sich die Kurven fast schon erdenken. Die gesamte Abfahrt fuhr ich, wie wahrscheinlich alle, für meine Verhältnisse extrem vorsichtig, schliesslich möchte man keinen Sturz riskieren. Ja, und dann war da noch diese Kälte. Ich fror und schlotterte – diese anspruchsvolle Abfahrt benötigte höchste Konzentration. Endlich unten angekommen, am Höhepunkt meines Frierens, überholte ich eine Kollegin, welche unglaublich laut schlotterte und zitterte. Ab da merkte ich, dass ich mich wohl zusammenreissen kann, denn solange ich nicht so laut friere, geht es mir ja noch gut!
Ich „packte meine Beine unter die Arme“ und gab Gas. Die letzten, flachen 30km liefen danach endlich richtig gut und ich konnte gut Druck geben und flitzte nur so über den „überschwemmten“ Asphalt :o)
Nach einer gefühlten Ewigkeit kam ich endlich zurück in der Wechselzone an und konnte mich für’s Laufen „zurechtmachen“. Auch dieser Wechsel hätte besser laufen können, aber mit steifen Fingern, fiel es mir gar nicht so leicht.
Nun auf in den abschliessenden Halbmarathon. Raus in die Pfützenschlacht. Aber wieder kam ich von Anfang an nicht in einen guten Rhytmus und fühlte mich einfach nicht richtig rund. Ich lief Seite an Seite eines Leidensgenossen. Wir hatten dieselbe Pace. Da ich mich nicht in der Lage fühlte schneller zu laufen, blieb ich einfach dicht hinter ihm. Er wurde mein persönlicher Tempomacher. Er war so nett und nahm mich mit, motivierte mich und war einfach unblaublich! Danke! Wir hielten den Schnitt von 4.20min/km. Das war gerade perfekt für mich. So liefen wir die ersten zwei Runden, danach hat er sich von mir verabschiedet (keine Ahnung wohin). Die letzten 5km lief ich dann alleine und konnte das Tempo sogar plötzlich sehr gut alleine halten.
Nach knapp 5h erreichte ich endlich als 11. Frau das Ziel. Dieser Tag war für mich eine echte Herausforderung. Das Resultat sieht im ersten Moment zwar nicht sehr zufriedenstellend aus, jedoch habe ich auch überhaupt nicht spezifisch an meiner Schnelligkeit gearbeitet und kam gerade von 3 Wochen Trainingslager. Mein Ziel ist der Ironman Nizza in 3 Wochen. Und in Ausblick darauf, bin ich mit meinem Formstand zufrieden und bin gespannt auf den 5. Juni.